Vogelzucht Sigrid, AZ-Nr. 22081

 Wie ich zur Vogelzucht kam

Im Jahr 1982 haben meine Oma und ich bei einem unserer Hundespaziergänge eine kranke, flugunfähige Spießente gefunden. Natürlich haben wir sie nicht ihrem Schicksal überlassen, sondern wir haben sie mitgenommen und einem Tierarzt vorgestellt. Anschließend wurde zuhause ein kleines Gehege mit einem Planschbecken gebaut. Diese Ente hat es leider nicht geschafft. Da das Gehege aber nun mal stand, haben wir uns vom Hobbymarkt in Kaunitz ein paar Entenküken mitgebracht. Ein Küken war zu Beginn etwas kränklich und wollte nicht so recht fressen. Also habe ich mich dessen angenommen und es "betüddelt". Es war eine Smaragdente und sie bekam von mir den Namen Fridolin. Fridolin hat mir diese Umsorgung gedankt, indem er super zahm wurde und mir wie ein Hund frei gefolgt ist.

 

1982


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Später folgten dann noch weitere Enten. Da das Gehege ziemlich niedrig war, gestaltete sich der Wasserwechsel jedes Mal sehr aufwändig und umständlich. Also wurde ein höheres Gehege gebaut. Und da man den "oberen Luftraum" ja nicht ungenutzt lassen konnte, folgte eine bunte Vogelschar.

 

1983

 

Vogeltechnisch trennten sich zu diesem Zeitpunkt die Wege zwischen meiner Oma und mir. Während meine Oma einheimische Finken und exotische Prachtfinken erworben hat, bin ich dann zu Wellensittichen und Zebrafinken umgeschwenkt. Ein Ergebnis dieser unglücklichen Konstellation war dann Geierchen. Das Leben seiner Geschwister nahm ein jähes Ende, als meine Wellensittiche kurzerhand sein Nest plünderten und die Jungvögel massakrierten. Bis auf eben Geierchen. Der lag, noch kaum befiedert und mit einer großen Kopfwunde, unten in der Voliere. Also wurde auch dieser wieder von mir "betüddelt" und mit geschälter Hirse aus dem Reformhaus und ganz viel Geduld aufgezogen. Mir ist nie wieder ein so zahmer Zebrafink begegnet. Sobald ich aus der Schule kam, wurde sein Käfig geöffnet und er folgte mir auf Schritt und Tritt. Auch nach draußen. Wenn er kommen sollte, musste ich nur "täät-täät" machen und er kam angeflogen. Sogar draußen.

 

 

1983 bin ich dann in die AZ, damals noch Austauschzentrale der Vogelliebhaber und -züchter Deutschlands e.V., eingetreten und wenig später folgte dann die Mitgliedschaft in der neu gegründeten Ortsgruppe Oerlinghausen. Erst wollte nur ich Mitglied werden, dann hatte meine Oma (AZ-Nr. 22658/84) auch Interesse und schlussendlich ist mein Vater (AZ-Nr. 5935) auch eingetreten, da weder meine Oma noch ich einen Führschein hatten und er uns immer zu den Versammlungen fahren durfte.

1984 gab es in unserer recht neuen Ortsgruppe dann die erste Tischbewertung, 1985 folgte die erste Ortsschau, an deren Organisation und Aufbau sich alle Mitglieder mit einem wahnsinnigen Elan beteiligten.


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Geraume Zeit später ist dann auch noch meine Mutter in die AZ sowie die Ortsgruppe eingetreten (AZ-Nr. 27599).

Im Jahr 1987 ist dann mein heutiger Ehemann in die Ortsgruppe eingetreten, den ich 1990 dann geheiratet habe. Meine Mitgliedschaft in der AZ habe ich 2004 aus Kostengründen kurzzeitig gekündigt (in dem Jahr haben wir gebaut), um dann zu Beginn des Jahren 2008 wieder einzutreten. Der Ortsgruppe Oerlinghausen, die sich später dann in Ortsgruppe Leopoldshöhe umbenannt hat, habe ich bis zur Auflösung 2011 durchgehend, teilweise sogar im Vorstand, angehört. Die Auflösung der Ortsgruppe nach fast 30 Jahren war für mich eine persönliche Enttäuschung. Während mein Mann schon vor der Auflösung Mitglied in der Ortsgruppe Bad Salzuflen wurde, war das Thema Vögel für mich mit der Auflösung gänzlich erledigt.

Auf der Ortsschau im November 2015 in Bad Salzuflen habe ich mir dann überlegt, dass so eine kleine nette Prachtfinkenvoliere doch eine Bereicherung für unseren Garten wäre. Es war, als wenn mein Mann diese Idee sofort beim Schopfe gepackt hat. Für mich war klar, dass dies diesmal anders als früher laufen sollte. Jeder macht seinen Bereich. Mein Mann die Wellensittiche und Papageien, ich die Prachtfinken. Ausstellen werden wir aber nach wie vor in allen Sparten als Zuchtgemeinschaft.

Nun sind Prachtfinken wärmeliebend. Folglich wäre es Quälerei sie im Winter draußen zu halten. Also musste als erstes ein geeignetes Winterquartier geschaffen werden. Hierzu habe ich ein Teil meiner Überwinterungsmöglichkeit für unsere Kübelpflanzen geopfert - waren ohnehin zu viele. Nach dem die Ecke ausgeräumt war, wurde hier ein kleiner separater Raum abgeteilt und gedämmt. Innerhalb weniger Tage stand hier eine geräumige Voliere und nach und nach noch acht Zuchtboxen.


Die ersten Vögel haben wir dann von Vereinskollegen sowie auf der Vogelbörse anlässlich der Bundesschau in Kassel gekauft. Dort war ich dann auch ganz fasziniert von der Farbenvielfalt, die es mittlerweile bei den Zebrafinken gab. Insbesondere die Schwarzwangen hatten es mir angetan.

Während ich mit dem Bau der Außenvoliere vermutlich noch gewartet hätte bis die Temperaturen draußen etwas angenehmer gewesen wären, legte mein Mann so richtig los. Das Dach des Gartenhäuschens wurde angehoben, ein Graben wurde für das Betonfundament ausgehoben, Kantensteine wurden gesetzt, das Grundgerüst aufgestellt, Drahtelemente gefertigt. Anschließend folgte eine Innenvoliere im Gartenhäuschen, eine Drahtschiebetür als Schleuse und zum Schluss musste der Anbau mit den Gartengeräten auch noch als Jungvogelvoliere dran glauben.


 

Im Januar bin ich dann in die Ortsgruppe Bad Salzuflen eingetreten. Meine nächsten Anschaffungen werden dann wohl ein vernünftiger Fotokäfig sein und ein Zuchtprogramm. Letzteres hatten wir zwar vor etlichen Jahren gekauft, allerdings ist es auf Disketten - und mein PC hat gar kein Diskettenlaufwerk...


Im Herbst 2016 haben wir dann noch eine weitere Voliere errichtet. Es hat sich einfach als ungünstig erwiesen, mehrere Paare einer Art in der Voliere züchten zu wollen. Teilweise konnte einfach nicht festgestellt werden, wer nun genau die Elterntiere waren. 

 


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 Und wenige Wochen später haben wir dann auch den Überwinterungs-/Zuchtraum erweitert.