Wir, das sind mein Mann, meine beiden Töchter und ich
 

Im Jahr 2004 haben wir neu gebaut, da wir Firma und Wohnhaus zusammenlegen wollten. Nachdem wir im September 2004 eingezogen waren, habe ich mit Grauen aus dem Fenster auf ein „Nichts“ geblickt. Außer Wildwuchs in Form von Gras war da nichts - kein Baum, kein Strauch, nichts von nennenswerter Größe. Auch ich war etwas planlos. 

Da nach dem Einzug noch sehr viel im Haus zu tun war und auch erst die Hoffläche gepflastert werden musste, um die Belieferung unserer Firma mittels Lkw möglich zu machen, hatte ich über den Winter viel Zeit, mir das "Elend" draußen anzuschauen und mir Gedanken zu machen.  

Also habe ich stundenlang das Internet nach Ideen durchforstet, Bücher ersteigert, Zeitschriften gekauft. Dann war mir klar, was ich wollte. Einen Spagat aus Natur und optisch ansprechendem Aussehen im Hinblick auf unsere Firma.  Und dann das verwerten noch vorhandener Materialien. Ach ja, und dann gab es da noch dieses Blatt mit der Überschrift „Text“, welches wir von der Gemeinde erhalten haben und in dem die „Äußere Gestaltung baulicher Anlagen“ sowie „Private Grünflächen: Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern“ geregelt wurde. Dazu dann noch eine Liste mit zu verwendenden Gehölzen und deren Größe. 

In einer Internet-Baumschule wurde ich dann fündig. Da gab es Sortimente mit Bienen- Schmetterlings- und Vogelnährgehölzen sowie Ziersträucher. Dies wollte ich kombinieren, so dass ich zum einen etwas für die Natur tue und zum anderen etwas für die Optik habe. 

Bereits im Februar 2005 haben mein Mann und ich (noch bei Schneefall) begonnen und innerhalb kürzester Zeit aus vielen kleinen Abschnitten eine kleine grüne Oase entstehen zu lassen. Und das mitten im Industriegebiet. 

Was dann kam, war äußerst mühselig und auch von Rückschlägen gekennzeichnet. Wie sich herausstellte, war der Boden nicht „bester Mutterboden“, wie versichert, sondern er war durch und durch mit Schotter versetzt. Jetzt muss ich dazu erwähnen, dass ich mir durch einen Unfall im Jahr 2002 zwei Rückenwirbel und eine Bandscheibe zertrümmert habe. Das macht das gebückte Stehen beim Pflanzen nicht gerade einfacher. Jedes Pflanzloch wurde zu einer Herausforderung, hinterlies meist einen Eimer voll zu entsorgendem Schotter und musste mit Humus aufgebessert werden. Ich habe so manches Mal geflucht! 

Wenn ich es so grob überschlage, dann stehen hier sicher an die 250 Sträucher, etliche Bäume, unzählige Stauden. Manches habe ich an den falschen Standort gesetzt, da der Schattenfall zum Zeitpunkt der Pflanzung im frühen Frühjahr eben anders war als im Hochsommer. Neben zwei sehr trockenen und heißen Sommern, die mich einiges an Gießwasser gekostet haben, haben mir bzw. meinen Sträuchern anschließend die Wühlmäuse mächtig zugesetzt. Für die durch Wühlmäuse kaputtgefressenen Ersatzpflanzen wurden nun also noch zusätzlich Drahtkörbe gebastelt, die mit im Erdloch verschwinden mussten, was einen noch größeren Aufwand bedeutete. Neben der reichlichen Bepflanzung wurden unzählige Nisthilfen aufgehängt. An manchen Stellen mussten Sträucher zwei oder drei Mal nachgepflanzt werden, weil sie immer wieder eingingen. 

Durch das Auslegen eines Unkrautvlieses, welches anschließend mit Rindenmulch verdeckt wurde, können die „Pflegemaßnahmen“ auf dem Wall auf ein Minimum reduziert werden, so dass ein Großteil dieser Fläche während der Vegetationsphase gar nicht betreten wird und dies auch nicht muss. 

Bereits im zweiten Winter konnten wir feststellen, dass sich nun einige Wildvögel an unserem Futterhäuschen einfanden, welches im ersten Winter absolut verweist hinterm Haus stand. Nun mag man über den Sinn oder Unsinn solcher Futterhäuschen streiten. Sie geben auf jeden Fall die Möglichkeit Aufschluss darüber zu gewinnen, welche Vögel hier überhaupt vorhanden sind. Aufgrund des großen Andrangs im letzten Winter haben wir sogar mehrere Futterstellen eingerichtet. Auch werden die Wild- und Kartoffelrosen auf der Wallrückseite von mir im Herbst nicht zurückgeschnitten, so dass deren Hagebutten den Vögeln zur Verfügung stehen und auch gerne angenommen werden, wie die getrockneten aber geöffneten Überreste im Frühjahr zeigen. 

Zudem wurde am Wall so etwas wie ein trockener Bachlauf aus verschieden großem Schotter und Steinen angelegt. Was erst nur zur Auflockerung und für die Optik gedacht war, stellte sich anschließend auch noch als nützlich zur Erweiterung der sich einfindenden Tierwelt heraus. Seit zwei Jahren durften wir hier nämlich Eidechsen beobachten, die sich zwischen den Steinen offensichtlich sehr wohl fühlen. Leider ist es mir bislang nur einmal gelungen, diese recht flinken Tierchen bildlich festzuhalten. 

Zu uns gehören auch noch der Pinto-Welshpony-Mix "Apollo", die Westfalenstuten "Wonda l´unica" und "Lovely Dream" sowie die Hannoveranerstute "Rose of Da Vinci", der Jack-Russel-Mix "Filou", die Katzen "Mauzi" und "Mietzi", mehrere Koi´s, zwei uralte Goldfische und an die 200 Ziervögel. Außerdem betreue ich unter der Woche noch den Hund unserer Tochter. 

 

Filou (geb. 2004)


Ninja, unser "Huta-Hund" (Hunde-Tagesstätten-Hund)


Mauzi (geb. 2000)

Miezi (geb. 2007)

 

 Seit unserem Neubau können wir uns auf 1650 qm "austoben". 

Luftbild aus Mai 2005

 

Luftbild aus Mai 2011

 

Diese Seite wurde aktualisiert am 02. Februar 2016